Seit 2015 verdichtet das baubüro in situ an der Grubenstrasse 19-27 ein ehemaliges Gewerbe- und Industrieareal. Mittels Zwischen- und Aufbauten entstehen neue Büro- und Gewerbeflächen, während die Bestandesbauten als einfache Gewerbe- und Atelierräume erhalten werden können. In diesem lebendigen Kosmos unterschiedlichster Nutzungen sorgen die nur punktuell reparierten Bestandesbauten und wiederverwendeten Bauteile für einen Ausdruck des kleinstmöglichen Eingriffs. 2023 bis 2025 hat das baubüro in situ nun das angrenzende Fabrikgebäude Grubenstrasse 29 aufgestockt. Wiederum entstanden oben hochwertige neue Büro – und Atelierräume, während unten die Gewerberäume von einer Künstlerin und Handwerksbetrieben genutzt werden.
Zirkular unterstütze das baubüro in situ und die Bauherrschaft von Beginn an bei der Bestimmung und Beschaffung wiederverwendeter Bauteile: Die Aufstockung wurde grösstenteils mit den natürlichen Baustoffen Holz, Stroh und Lehm realisiert. Wiederverwendete Bauteile kamen dort zum Einsatz, wo damit Treibhausgasemissionen vermieden werden konnten und der Einsatz wirtschaftlich war. Damit stellt die Grubenstrasse 29 ein weiteres Pilotprojekt für das Bauen mit optimierter grauer Energie dar. Zudem handelt es sich um den ersten Strohballenbau dieser Dimension in der Stadt Zürich.
Zum Einsatz kamen mehrheitlich wiederverwendete Bauteile aus dem Bestand wie die alten Holzpfetten des vormaligen Flachdachs, Heizkörper, Dämmplatten sowie Bauteile von externen Objekten. Hierzu zählt die markante blaue Fassade aus Stahlblech sowie zahlreiche Stahlbauteile – etwa in den Laubengängen, Treppentürmen, Geländern und Gitterrosten. Auch eine Vielzahl an Fenstern und Türen sowie Heizkörper und Sanitärapparate stammen aus anderen Gebäuden.
Dank des Erhalts und der behutsamen Sanierung und Umnutzung des Bestands, der Aufstockung mit natürlichen Baustoffen sowie des umfassenden Einsatzes von wiederverwendeten Bauteilen, konnten wiederum grosse Mengen CO2 im Vergleich zu einem konventionellen Neubau eingespart werden. Die Überprüfung der prognostizierten Einsparungen ist noch im Gang. Ebenso hat das Areal an der Grubenstrasse eine weitere Aufwertung und Verdichtung erfahren, ohne die gewachsene Nutzungsvielfalt zu vermindern.
Leonard Schönfelder
Paula Hendreich
Kensia Klingert
Alina Döhmen
Lieferanten wiederverwendete Bauteile:
Bauteilladen Winterthur
Tschudin Rückbau und Demontagen GmbH